Viel los

Filzbasteleien

Kampf – ich kann kämpfen, bin eine gute Kämpferin, komme mir aber immer öfter, wie Don Quijote vor. Ich weiß gar nicht mehr, an wie vielen Ecken und Enden ich kämpfe.

Carsten sündhaft teure Sitzschale passt nicht. Der Kerle isst nicht und die Ernährungsberatung der Krankenkasse hat nur blöde Vorschläge – und wenn ich denen sage, dass ich das alles schon ausprobiert habe, pampt die Frau mich an: „Warum wollen Sie dann Rat von uns, wenn Sie alles besser wissen?“ Die Dame hat Carsten noch nicht einmal gesehen und meint noch: „So schlimm wird’s ja schon nicht sein…!“ Mir scheint, sie hat bei den Zahlen, die ich ihr genannt habe, nicht richtig zugehört. Carsten hat überhaupt kein Fettgewebe mehr. Seine Knie sind geschwollen und rot, ebenso die Ellenbogen – denn die Körperhaltung außerhalb des Rollstuhls ist kniend mit den Ellbogen abstützend, damit er die Hände frei hat. So reibt Haut auf Knochen und nur durch konsequente Pflege hat er noch keinen Dekubitus. Wenn ich Carstens körperliche Verfassung sehe, muss ich oft schlucken um nicht zu weinen. Er ist dürr und sieht aus wie ein Biafrakind. Entschuldigt – das ist jetzt wirklich keine Effekthascherei!

Dann hat Wiebke Bauchschmerzen und will offensichtlich nicht in die Lebenswerkstatt. Meiner Bitte um ein Gespräch mit den Mitarbeitern ist anscheinend in den weiten Welten der geschlossenen Ohren verhallt. Wiebke weint jeden morgen!

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Veröffentlicht von

petra ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

Ein Gedanke zu “Viel los”

  1. Wenn ich „Gefällt mir“ klicke, gefällt mir nicht, dass ihr so viel durchmachen müsst. Ich will dir damit zeigen, dass ich deine Beiträge lese und dass ich mitfühle.
    Warum lässt Gott die guten Menschen ein so hartes Leben leben? Weil er weiß, dass nur die ganz besonderen Menschen die Kraft haben, diese Schicksale zu überstehen! Und das seid ihr: ganz besondere Menschen! ❤

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