ein Indianer kennt keinen Schmerz

Wiebke und Carsten müssen unters Messer – bei einer Zahnärztin, die ein unglaublich empathischer Mensch ist.

Warum ich überhaupt einen Zahnarzttermin vereinbart hatte, lag nur daran, dass Wiebke darauf drängte. Dabei ist beim Töchting gar nicht so viel zu machen. Klar, eine Behandlung geht bei ihr auch nur unter Narkose, aber viel wichtiger, ist die Sanierung des Mundraums bei Carsten. – Aber, er hat ja keine Schmerzen! Dabei müsste er, laut Zahnärztin, bei jedem Essen Schmerzen haben. So haben wir, ganz nebenbei, einen Grund für den Kerles Essenverweigerung gefunden.

Carsten ist komisch. Wenn ich ihn frage, oder jemand anderes fragt ihn, dann hat er nie Schmerzen – weder im Rücken, noch in den Knien, noch woanders. Ach, ich mache mir Vorwürfe. Warum habe ich dies Schauspiel nicht eher durchschaut.

Natürlich weiß ich, dass dies nicht essen können oder wollen, nicht nur ein Problem der Zähne ist. Aber zumindest haben wir jetzt einen Ansatzpunkt.

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Veröffentlicht von

petra ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

13 Gedanken zu „ein Indianer kennt keinen Schmerz“

  1. Das ist ein Punkt. Je nachdem wo der Herd von Carstens Schmerzen liegt drückt das auch auf den Kiefer, die Kehle oder den Schluckreflex und dann will man einfach nicht.Ich kenn das von mir von der Zeit nach der Kopf-OP, hatte zeitweise richtig Ekel vorm Essen. Wenn man wie Carsten eh kein guter Esser ist, „gewöhnt“ man sich vielleicht irgendwann dran und hält die Klappe (zumal ihm das ja auch indirekt oder unbewusst in die Hände spielt).

    Vorwürfe brauchst du dir nicht zu machen (ich weiß, macht man trotzdem), wenn einer nicht will, dass man das merkt, dann entwickelt er ungeahnt-gewiefte Mechanismen um sich durchzusetzen.

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      1. Ich verstehe dich schon, ich kenne auch so Situationen. Aber wenn ER das nicht will und er ist ein Mann und sieht sich ja auch so, das beeinflusst ihn unbewusst, dann kannst du nichts merken gekonnt haben. Eventuell spielt da auch noch die Psychosache mit der generellen Essensunlust im Sinne eines Essstörung mit rein und die können sowieso gut covern, das geht denen in Fleisch und Blut über, das ist das tückische. Die merken das hinterher gar nicht mehr weil sie so drauf angewiesen sind. Du kannst neben so jemandem schlafen und merkst nicht was der mitmacht, weil die Person irgendwann „beschlossen“ hat, dass keiner… Das ist ein Kreislauf. Klingt blöd, aber wenn man sich da dauernd fragt Warum habe ich nicht…, dann ist das wie beim Trinken und Was habe ich jetzt schon wieder (nicht) gemacht, dass er/sie/es schon wieder… und kontraproduktiv. Ist nicht böse gemeint. Ich weiß nicht ob dir das hilft.

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  2. Als ich das las, dachte ich mir, dir müssten zentnerschwere Steine vom Herzen gefallen sein, dass jetzt wieder die Hoffnung da ist, dass Carsten etwas besser essen kann.
    Mach die bloß keine Vorwürfe. Danke Gott dafür, dass er Wiebke „benutzt“ hat, dass ein Zahnarzt bei Carsten in den Mund geschaut hat.
    Von ganzen Herzen alles Gute für die OP!

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