Motz

Manchmal möchte ich die Junioren im Auto lassen und nur alleine über Märkte schlendern. Den Schafwollmarkt haben beide leidlich überstanden – mit meckern und motzen – aber immerhin ohne Gezänk und Geschrei.

Ihr merkt, ich bin sauer!

Dabei habe ich extra das Treckertreffen sausen lassen, weil es dort nur Trecker zu sehen gibt und auf dem Schafmarkt gab es wenigstens noch ne Menge anderes.

Den Flohmarkt, den wir auf der Hinfahrt gesehen haben, den durfte ich nicht mehr besuchen. Die Herrschaften haben kurzerhand gestreikt…

Hab ich schon erzählt, dass ich sauer bin?

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Ob es hier richtig ist?

Es ist endlich Freitagabend, mein Mann hat frei und das Seminar ist vorbei. Es ist unglaublich was ein angehender Meister alles lernen muss. Aber nun ist er ja da, kann sich um seine hochschwangere Frau – um mich – kümmern. Leichtenherzens verlasse ich mit meinem Entbindungsköfferchen mein Elternhaus und fahre zurück in unsere kleine Dachwohnung…

über Wohin damit? — voller worte

vornehm geht nicht

Dass, was Carsten immer wieder macht, kann man auch mit größter Liebe, nicht vornehm ausdrücken: der Kerle kotzt mal wieder – täglich und ich weiß nicht, was ich machen soll.

Der Doc sagte letztens: „Wir müssen mit allem rechnen!“ Was ‚alles‘ ist, darüber möchte ich gar nicht nachdenken. Inzwischen wiegt Carsten knapp 11kg und isst kaum was. Das wenige kotzt er auch noch aus. Jeder ist mit dem Latein am Ende…

Begegnungen

„Wo kommst du denn her?“ Eine Frage, die Carsten verblüfft – ist es doch seine!

Ein kleiner Junge, etwa 3 Jahre alt, mit seiner verschleierten Mutter im Hintergrund fragt meinen Sohn. Vorher hatten wir – Mutter und Sohn einen Disput und die gegnerische Seite ebenfalls. Carsten kasperte im Drogeriemarkt und der kleine Junge hielt ihn daraufhin für eine Oma im Rollstuhl. „Hey, ich bin keine Oma, ich bin ein Mann!“ Die Mutter war sehr souverän, erkläre ihrem verdutzten Sohn, dass meiner behindert ist und dass man darüber keine Witze macht.

Jetzt kam ein Gespräch in Gang: „Warum trägst du ein Kopftuch? Wo kommst du her?“ „Aus Deutschland!“ „Bist du Muslima?“ „Warum kannst du so gut deutsch!“ „Ich bin Deutsche, habe nur den Glauben angenommen.“ „Warum?“ „Warum glaubst du an deinen Gott?“ „Betet dein Sohn auch?“

So ging das hin und her. Wir sprachen über jüdische Frauen, die ihr Haar auch bedecken sollen und deswegen Perücken tragen, über türkische Namen für deutsche Kinder, über Väter, die Erdogan nicht wählen wollen, aber auch nicht hayır sagen können, weil ihnen sonst Repressalien drohen.
Wir redeten über Frühjahrsmützen und Badehosen und darüber, dass kleine Jungs und Männer im Rollstuhl leider nicht Auto fahren dürfen, Ihnen aber die Autos trotzdem gehören können.

Nur schade war, dass Emin schon weg war, als Carsten ihm einen Keks schenken wollte…